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Interview

Es soll Menschen geben, die Interviews führen können. Menschen, die gleichzeitig lächeln und (vernünftige) Fragen stellen können (die sie im Kopf haben), Menschen denen es keine gröberen Probleme bereitet, binnen 30 Sekunden ein Mikrophon an ein Aufnahmegerät sinnvoll anzuschliessen, Menschen denen es gelingt, den/die InterviewpartnerIn zurück zum Thema zu bringen, wenn er/sie sich bemüssigt fühlt, die Frage höchst inflationär zu beantworten oder in Kindheitserinnerungen schwelgt.

Und es gibt mich.

Ich bin diejenige, die sich nicht nur nicht an ihre Fragen erinnert, sondern sie auch nicht mehr lesen kann - zwei Stunden brainstorming und ein getippter Leitfaden am Vortag sind schliesslich nur dazu da, völlig von einem Geistesblitz überschattet zu werden, der einen unglücklicherweise immer in der U-Bahn ereilt, insbesondere wenn man keinen Sitzplatz ergattert hat. Soetwas ist der Handschrift ordentlich abträglich. A propos Handschrift: ich habe vier davon. Lesen kann ich keine, wenn es darauf ankommt, but what the heck, improvisieren ist schön, wunderbar, alles könnte glatt gehen.

Wären da nicht zwei unberechenbare Faktoren:

a) Die Sache mit dem Aufnahmegerät: ein Aufnahmegerät ist ein Apparat, erkennbar an drei Grundeigenschaften: 1) seine Batterien sind leer, auch wenn man sie vor verlassen des Hauses überprüft hat (natürlich hat man Ersatzbatterien mit, da man hiermit bereits rechnet, die man jedoch nicht einsetzen darf, bis das Gespräch begonnen hat - that's the rule of the game). 2) die Kopfhörer funktionieren nicht oder reissen wahlweise ab (ja, das geht, Kinder. Ich habe es selbst probiert) oder 3) man schliesst das Mikrophon falsch an (was sogar dann möglich ist, wenn es nur zwei Ausgänge gibt und in den einen ganz sicher die Kopfhörer gehören. Trust me)

b) der/die GesprächspartnerIn: zeichnet sich durch enorme Eloquenz und den Unwillen, auch nur eine meiner Fragen beantworten zu wollen aus. Fragt man ihn/sie nach dem Fortgang seines/ihres neuen Romans, der Hintergrundgeschichte eines Bildes, dem Grund, weshalb er/sie nach Wien gezogen ist, erzählt er/sie mir von postmoderner Philosophie, dem Schoßhund seiner/ ihrer Mutter oder Kardinal Richelieu und erklärt das Gespräch nach einer halben Stunde, wenn ich mich endlich an meine zweite (von fünf) Fragen erinnern kann, für beendet.

Und da sind dann noch die Kleinigkeiten: der Kaffee, den man sich unweigerlich noch rasch auf dem Flur über die Hose gekippt hat, der Umstand, dass bei einer Pressekonferenz immer das eigene Mikrophon umkippen wird, und die verwunderten Blicke, wenn man bei einem Termin um zehn Uhr auch wirklich dreieinhalb Minuten vor zehn auf der Schwelle steht: was machen SIE denn schon hier?

Ich hasse Interviews.

Aber: Ich liebe es zu schreiben (solange es sich nicht um meine Diplomarbeit dreht): Romane, Kurzgeschichten, Artikel, Essays, sogar Seminararbeiten (und natürlich Rants, Ganz besonders Rants.)

Trotzdem im falschen metier?

10.7.07 21:53
 


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